Antwort Mail von Jonny (aus dem Umsetzungsteam) auf eine Mail eines Konzilteilnehmers.
Der Name wurde in XY geändert. Ich fand diese mail so schön, das ich sie hier posten will.
Mit dem Einverständnis von Jonny versteht sich
Hi XY!
Danke für Dein Feedback!!
…erstmal: es macht mich traurig, dass Dich der
Konzilprozess so verunsichert und traurig gemacht
hat!!
und ich kann das gut verstehen, weil einfach wirklich
extrem viel Scheiße in letzter Zeit passiert ist - und
das auch auf das Konzil Auswirkungen hatte.
Das hat mich auch traurig gemacht.
ich wünsche mir einfach nichts sehnlicher, als dass
wir alle als Jesusfreaks uns gemeinsam um Jesus
scharen - dann werden wir auch Vertrauen zueinander
finden und gemeinsam weitergehen können - weil Jesus
selber uns trägt
weisst Du, wir alle im Umsetzungsteam haben uns auch
zwischenzeitlich gefragt, ob Jesus unsere Bewegung
überhaupt noch will.
Und wir sind zu der festen Überzeugung gelangt, dass
ER uns auch weiterhin als Bewegung gebrauchen will -
um sehr viele verzweifelte Menschen mit SEINER
GENIALEN, RETTENDEN LIEBE zu infizieren und zu IHM zu
ziehen! Wir dürfen und sollen nach wie vor Wegweiser
zu Jesus sein!
…und weist Du, ich glaub das nicht, weil ich jetzt
ne “Durchhalte-Parole” rausdreschen will, sondern,
weil Jesus dabei ist, uns wirklich sichtbar zu segnen
und TROTZ aller Verzweiflung, aller Trauer, allem
alten Mißtrauen untereinander und aller Spaltung…
eine neue Pflanze wachsen lässt: “Daran wird die Welt
erkennen, dass Ihr meine Jünger seid, wenn Ihr Liebe
untereinander habt!”
Und Jesus ist dabei, diese Liebe in uns neu auszusäen
und zu begießen und wachsen zu lassen!
Das haben wir im Umsetzungsteam sichtbar erlebt: GOTT
selbst hat unsere Herzen für ihn und füreinander
geöffnet, hat uns aus unseren Höhlen (also unseren
fest gefügten Schubladen und Denk-Gebäuden)
herausgeholt (wie in Prophetien wiedergegeben wurde) - und das
Wunder vollbracht, dass wir einander auf einmal
verstehen - und noch viel mehr: dass sich scheinbar
völlig Gegensätzliches plötzlich genial ergänzt!
Es kämpfen nicht mehr “Basisdemokraten” gegen
“Hierarchie-Befürworter” und andersrum, und suchen
nach faulen Kompromissen, sondern Gottes Geist selber
schenkt echtes, tiefes Verstehen untereinander - und
plötzlich fragen wir uns allen Ernstes, ob wir uns die
ganze Zeit mißverstanden haben! ![]()
…weil plötzlich alle scheinbaren Gegensätze genial
zueinander passen!
Es stimmt natürlich, dass viele Probleme bei den
Freaks auch mit den Problemen im Ä-Kreis zu tun haben
und hatten.
Allerdings haben viele dieser Streitigkeiten im
Ä-Kreis wesentliche Ursachen in der Bewegung gehabt:
Unterschiedliche Lehr-Verständnisse, unterschiedliche
Leiterschaftsverständnisse, die in der Bewegung waren,
Probleme mit der JFI-Struktur u.u.u.
Und genau deswegen denke ich, dass das Konzil nicht
das falsche Mittel zur Problemlösung war, sondern
genau diese Probleme in unserer Bewegung, in unserer
JFI-Struktur, in unseren verschiedenen
Lehr-Überzeugungen etc. aufgedeckt hat.
ich bin selber superdankbar dafür, wieviel Segen wir
von unseren Ältesten und von unserer JFI-Struktur in
den vergangenen Jahren erhalten haben - und trotzdem
gab es eine Menge Probleme, die schon sehr lange
gegärt haben - und die sich einfach nicht länger
ignorieren ließen.
ich denke z.B., dass viele Älteste einfach deswegen
ausgebrannt sind, weil sie viel zu viel Verantwortung
für mehrere 1000 Jesusfreaks getragen haben.
Wir hatten bisher relativ starre Strukturen und auch
starke Hierarchien. Das ist nichts böses - im
Gegenteil, können starke Hierarchien vielen (jungen)
Christen sehr gute Stabilität bieten.
Ziel muss es aber sein, dass die Geleiteten immer mehr
in die Mündigkeit hineinwachsen - und bereit werden,
sich immer stärker verantwortlich einzubringen - damit
alle Jesusfreaks sich zunehmend gegenseitig mit ihren
verschiedenen Gaben und Berufungen dienen, leiten und
ergänzen können.
Eltern erziehen ihre Kinder ja auch mit dem Ziel, sie
erwachsen werden zu lassen - und ein erwachsenes
Gegenüber zu erhalten.
Wenn die Eltern aus einem übergroßen
Verantwortungsgefühl aber die Kinder nicht loslassen
oder aber die Kinder nicht bereit sind, erwachsen zu
werden - geht die Familie irgendwann kaputt. Genauso,
wenn die Kinder sich nicht unterordnen und von den
Eltern lernen wollen.
Bei Jesusfreaks hat es, so mein Eindruck, in mehreren
Bereichen “gehakt”:
Manche Leiter hatten ein sehr starkes
Verantwortungsgefühl für die Geleiteten - und hatten
deswegen Angst, zunehmend Leitungsaufgaben an die
Geleiteten abzugeben - sie wollten Fehler und
Verletzungen vermeiden.
Manche Geleiteten waren nicht bereit, erwachsen zu
werden und wurden so zu Konsumenten.
Andere Geleitete hatten mit den Leitern Probleme -
entweder, weil sie aus alten Verletzungen heraus Angst
vor Unterordnung hatten
- oder, weil sie schlicht und einfach längst erwachsen
geworden waren - aber noch wie Kinder behandelt
wurden.
Und ich denke, deswegen hat es auf so vielen Ebenen
“geknirscht”:
Manche Leiter sind einfach zusammengebrochen, weil sie
nicht mehr tragen konnten, manche Leiter waren
enttäuscht, dass sie nicht so leiten konnten, wie sie
dachten, dass es gut wäre,
manche Geleitete sind frustriert gegangen - entweder,
weil sie sich mehr Leitung gewünscht haben,
oder, weil sie sich nicht mit ihren Gaben einbringen
konnten und weniger starre und starke Hierarchien
wünschten.
Obendrein gab es extrem viele Kommunikationsprobleme
und Mißverständnisse - weil die Geleiteten die Leiter
bzw. die Leiter die Geleiteten nicht verstehen konnten
- weil sich niemand in den anderen hineinversetzen
konnte, der Abstand zwischen beiden Seiten war zu
groß. So hat unsere alte Struktur schon bestehende
Mißverständnisse manchmal noch verstärkt.
Viele Probleme bei JFI haben also meinem Eindruck nach
nicht nur mit dem Ä-Kreis zu tun, sondern mit
Inhalten, (Kommunikations-)Strukturen etc - was auch
den Ä-Kreis belastet hat und mit zu Streitigkeiten
geführt hat.
Mein Traum ist es, dass wir Jesusfreaks uns
gegenseitig immer stärker tragen, dienen und leiten
können. Das wir uns gegenseitig unter jeden von uns
unterordnen können, von jedem lernen können.
“Ein jeder trage die Last des Andern” - “Jeder achte
den anderen höher als sich selber”. “Lehrt und ermahnt
Euch gegenseitig” usw.
Wenn wir das schaffen, dann wird niemand mehr sich von
seinen Leitern allein gelassen und schutz- und haltlos
fühlen - weil ihn viele geniale Geschwister stützen
und ihm Hilfestellung geben, ihn leiten und ihm
Rückendeckung geben.
Und keiner wird mehr das Gefühl haben, dass er allein
alle anderen tragen und leiten muß - weil sich alle
gegenseitig tragen.
Es wird immer Situationen geben, wo einige Wenige
stark sein müssen, weil viele verunsichert sind und
Verwirrung oder Irrlehre da ist - oder, weil es sehr
viele Neubekehrte gibt (oder aus anderen Gründen…) -
da wird es dann immer wieder auch starke Leiter geben,
die für eine bestimmte Zeit die Kraft haben, (viel)
mehr zu tragen und zu leiten als andere - ich vertraue
Gott, dass er uns diese Menschen dann zeigen wird -
und vielleicht auch alte Leiter neu “aktivieren” wird!
Unser Strukturvorschlag ist bewusst so gehalten, dass
er sich schnell an verschiedene Situationen anpassen
können soll - er soll Offenheit und Mitmachen
ermöglichen für alle, die in Verantwortung
hineinwachsen wollen, kann aber auch schnell und
flexibel in schwierigen Situationen stärker
hierarchisch werden - je nachdem, was die Bewegung
braucht.
Hey XY, die Zeit ist für Dich, für mich, für unsere
Bewegung extrem schwer, das stimmt - und trotzdem habe
ich gute Hoffnung, dass Jesus selbst uns führen und
leiten und korrigieren wird - und ich seh schon so
manches in unserer Bewegung TROTZ allem Traurigen, was
jetzt gerade neu keimt, und das gibt mir riesige
Hoffnung!!
Und ich wünsch mir, dass ER DIR alles das wiedergibt,
was Du alles für ihn und uns gegeben hast -
und ich wünsch mir auch extrem, dass wir GEMEINSAM
weiter mit Jesus UND den Jesusfreaks unterwegs sein
können!
War extrem genial, mit Dir Lobpreis zu machen!!!
Wünsch Dir Gottes Segen, Bruda!!!
der Johnny
Ps. sorry für die lange Mail.