Die gute Nachricht vorneweg: Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Nur – wo liegt sie verborgen? Sicher nicht auf dem Laptopbildschirm, auf den man seit Stunden starrt, und auch nicht hinter der Fensterscheibe, durch die man angestrengt blickt und sich den Kopf zerbricht.
Die meisten guten Ideen kommen immer dann, wenn kein Notizblock zu Hand ist: In der Badewanne, beim Joggen oder abends im Bett. Denn kreative Lösungen verstecken sich gerne dort, wo man sie nicht sucht. Die Taktik ist einfach: Wer sich Zeit und Freiraum nimmt, ist offen für neue Gedanken und Ideen. Wer den Bürotrott einmal vor der Türe ablegt und sich in einer lockeren Runde mit den Kollegen zusammensetzt, ist meist gelöster und damit effektiver als unter Zeitdruck. Und: Je mehr Kollegen sich in die Überlegungen mit einklinken, desto besser. Denn ein Team ist kreativer als die Ein-Mann-Maschinerie. Um der Gedankenfabrik kräftig einzuheizen, gibt es vielerlei Methoden und Techniken. Sie eignen sich je nach Problemstellung und Gruppengröße unterschiedlich gut.
Ideen wie am Fließband: Brainwriting
Jeder Teilnehmer bekommt ein Blatt Papier, auf dem eine Tabelle mit drei Kästchen Breite aufgezeichnet ist. Nun notiert jeder Teilnehmer in der ersten Reihe pro Kästchen eine Idee, so dass nun drei Ideen nebeneinander auf dem Blatt stehen. Dann reicht er das Blatt an den nächsten weiter: Der Nachbar lässt sich von den Ideen inspirieren und zeichnet drei weitere Ideen in die zweite Zeile auf. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis das Blatt voll ist oder alle Teilnehmer der Gruppe alle Blätter bearbeitet haben. So entstehen eine Menge Ideen, die anschließend vorgetragen und diskutiert werden können.
Alles anders sehen: Umkehr-Methode
Diese Technik stellt das Thema auf den Kopf: Was ist nicht zu tun, um das Gegenteil zu erreichen? Das heißt konkret: Wer mehr Kunden gewinnen will, überlegt, auf welchem Weg er denn Kunden verliert würde. Wer seinen Umsatz steigern möchte, überlegt sich, was denn zu einer Reduzierung führen könnte. Aus diesen Überlegungen lassen sich dann ganz einfach die schlechtesten Strategien herausstreichen.
Verbindungen suchen: Reizworttechnik
Bei der Reizworttechnik verbinden die Teilnehmer Dinge miteinander, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Sie dient der Inspiration und weitet den Blick. So geht’s: Nachdem das Problem klar definiert wurde, schlägt ein Teilnehmer willkürlich das Lexikon auf und wählt einen Begriff. Nun notiert sich die Gruppe alle Gedanken, die sie spontan mit diesem Reizwort verbinden. Die Eigenschaften und Ideen werden dann mit der Problemstellung in Verbindung gebracht: Oft ist hier ein Anreiz dabei, auf den man sonst nicht gekommen wäre. Diese Technik ist auch wunderbar alleine und an jedem Schreibtisch durchführbar.
Freie Fahrt fürs Gehirn: Brainstorming
Eine Gruppe von bis zu 10 Teilnehmern sitzt zusammen und lässt ihren Gedanken zu dem gestellten Thema einfach freien Lauf. Alles was einem dazu einfällt, darf gesagt werden. Wichtig: Negative Kritik und persönliche Wertungen sind tabu - das schüchtert ein und hemmt den Gedankenfluss. Ein Teilnehmer schreibt die Ideen auf, so dass sie anschließend strukturiert weiterverarbeitet werden können. Brainstorming ist auch für den Einzelnen eine geeignete Methode, um bei gedanklichen Sackgassen neue Fahrtrichtungen zu erkennen.
Visualisieren und ordnen: Mindmapping
Das gestellte Thema steht zentral auf einem großen Blatt Papier. Hier herum finden nun alle weiteren Assoziationen Platz, die den Teilnehmern gerade einfallen. Von jedem neuen Wort können wieder neue Gedanken ausgehen. Alle Stichwörter werden eingekreist und so mit Linien verbunden, dass nach und nach eine weitläufige Baumstruktur entsteht. Heraus kommt ein Netz an Assoziationen, das sämtliche Berührungspunkte darstellt und das Thema in verschiedene Ebenen einteilt. Mindmapping bietet sich besonders an, um komplexe Aufgaben zu strukturieren und umfangreiche Konzepte zu gliedern.
Text von GMX - Uta Leidenberger